Wildunfall: So verhalten Sie sich richtig!

Im Sommer, Herbst und Winter kreuzen Wildtiere verstärkt die Landstraßen in Feld- und Waldgebieten.

Wildwechsel Schild
Das Schild zeigt die Gefahr von Wildwechsel auf einer Länge von 600 Metern an.

Alle zwei Minuten ereignet sich in Deutschland eine Kollision mit Wildtieren.

Am häufigsten Betroffen ist, laut GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.), das Rehwild. Bereits ab Juli beginnt die Paarungszeit der Rehe. In dieser Zeit verliert das Rehwild oft den Blick für Gefahren. Dadurch kommt es häufig zu Unfällen.

Im Herbst und Winter entsteht die Gefahr einer Kollision durch die früh einsetzende Dämmerung. Wildtiere die auf der Suche nach Nahrung sind, müssen häufig Straßen überqueren. Deshalb sollten Sie in Waldgebieten und in Gebieten die mit Wildwechsel Schildern gekennzeichnet sind, die Geschwindigkeit anpassen. Steht ein Tier auf der Straße müssen Sie unbedingt abblenden, Bremsen und Hupen. Auf keinen Fall dürfen Sie ein Ausweichmanöver versuchen, dadurch würden Sie andere Verkehrsteilnehmer und sich selbst gefährden.

Wildschaden mit Fellspuren am Auto
Haare oder Fellreste sollten auf keinen Fall entfernt werden. Wenn das Tier geflüchtet ist kann damit der Wildunfall nachgewiesen werden.

Falls Sie einen Zusammenstoß nicht vermeiden können, sollten Sie umgehend die Polizei verständigen. Wenn Sie die Telefonnummer wissen, können Sie auch das zuständige Forstamt oder den Jagdpächter verständigen. 

Lassen Sie sich noch möglichst am Unfallort eine Bestätigung für die Versicherung ausfüllen. Das gilt insbesondere dann, wenn das Tier nur verletzt wurde und geflüchtet ist.
Die Polizeibeamten, bzw. der Förster können dann den Unfall anhand der Spuren vor Ort (Haare, Blut) bezeugen.
Nehmen Sie auf keinen Fall das getötete oder verletzte Wild mit und entsorgen es womöglich auf eigene Art. Dies kann zu Schwierigkeiten mit den Ordnungsbehörden führen.

 

 

Sofortmaßnahmen beim Wildunfall:

  • Unfallstelle mit Warnblinklicht und  Warndreieck sichern
  • Polizei oder Forstbehörden verständigen
  • Wildunfallbestätigung ausstellen lassen
  • Fotos vom Unfall, Beschädigungen und vom Tier
  • Verletzte Tiere nicht anfassen, diese könnten aus Panik beißen
  • Tote Tiere nicht mitnehmen den Wilderei ist strafbar

 

Wenn Ihr Auto nicht mehr Fahrtüchtig ist rufen Sie unseren 24-Stunden-Unfall-Notruf. Wir kümmern uns um den Abschleppdienst, und die Reparatur Ihres Fahrzeuges. 
Die Schadensabwicklung mit der Versicherung übernehmen wir für Sie.

 

06262-917709-0      Reparaturanfrage

Wildunfall: Welche Versicherung zahlt?

Handelt es sich um einen Unfall mit Haarwild zahlt normalerweise die Teilkaskoversicherung.
Vorausgesetzt die Schadensumme ist höher als die Selbstbeteiligung.

Als Haarwild gelten nach dem Bundesjagdgesetz:

  • Bär
  • Wolf
  • Wildschwein
  • Hirsch
  • Reh
  • Luchs
  • Fuchs
  • Marder
  • Hase

 

Schäden die durch Federwild (z.B. Fasan oder Schwan) entstehen werden von der Teilkaskoversicherung nicht übernommen.
Ausnahme sind Versicherungstarife die sämtliche Schäden durch alle Arten von Tieren abdecken.

Übrigens: Gegen den Waldbesitzer oder Jagdpächter können keine Schadenersatzansprüche nach einem Wildunfall geltend gemacht werden.

Entsteht ein Schaden, weil Sie über ein bereits totes Tier fahren ist dieser Schaden nicht versichert.

Unfälle mit Haustieren (Hunde und Katzen) oder mit Nutztieren (Pferde und Kühe), werden von der Teilkasko nicht übernommen. In diesen Fällen muss der Besitzer des Tieres für den Schaden aufkommen.

Kommt es zu einem Schaden, weil man einem Wildtier ausweicht, wird dieser nur in seltenen Fällen von der Teilkasko übernommen. Gut wer dann Vollkasko versichert ist. Diese Schäden sind über die Vollkaskoversicherung abgedeckt.

Wer muss für die Beseitigung von getöteten Tieren bezahlen?

Wildschwein

 

Ist nach einem Wildunfall das getötete Tier nicht einem Jagdrevier zuzuordnen und die Straßenbehörde beauftragt eine Firma den Tierkadaver zu beseitigen und zu entsorgen, dürfen nach neuester Rechtssprechung, die Kosten für die Beseitigung nicht auf den Autofahrer abgewälzt werden.

Die Behörden begründen die Erstellung der Kostenbescheide mit einer Vorschrift aus dem Bundesfernstraßengesetz. Danach müssen Fahrzeughalter für von ihnen verursachte Straßenverunreinigungen aufkommen.

Das Verwaltungsgericht Hannover und das Oberverwaltungsgericht Lüneburg entschieden, dass ein im Straßenraum getötetes Reh oder Wildschwein keine Verunreinigung im Sinne des Bundesfernstraßen-Gesetzes darstellt.

Deshalb müssen Autofahrer nicht für die Kosten der Beseitigung von Tierkadavern aufkommen.