Tipps zur Kfz-Versicherung für Junge Fahrer

Junge Fahrer und Fahranfänger müssen die höchsten Versicherungsbeiträge bezahlen.
Das liegt daran, dass die 18- bis 24-Jährigen mehr als doppelt so häufig in Verkehrsunfälle verwickelt werden wie der Rest der Autofahrer.
Für die Prämienhöhe ist unter anderem die Schadensfreiheitsklasse (SF-Klasse) verantwortlich.

Fahranfänger starten mit der Klasse SF 0 und steigen für jedes unfallfreie Jahr um eine Stufe auf. Die höchste SF-Stufe liegt bei 35.
Wird nach einem Unfall die Versicherung in Anspruch genommen, fällt man wieder um einige Stufen zurück. Der Beitrag in den niedrigen SF-Klassen sinkt stärker als später in den hohen Klassen. Deshalb kann man einiges an Versicherungsbeitrag sparen, wenn man zu Beginn nicht mit der Schadenfreiheitsklasse SF-0 startet.

Hier haben wir sieben Tipps wie sie als Fahranfänger, bei der Kfz-Versicherung Geld sparen können.

 

Zweitwagen der Eltern oder Verwandten

Die günstigste Variante ist es das Auto als Zweitwagen der Eltern zu versichern und den Fahranfänger als Fahrer einzutragen. Die Prämie für das Auto der Eltern steigt dadurch nicht.
Alternativ kann das Auto über Verwandte oder die Großeltern versichert werden. Bei den meisten Versicherungen startet der Junge Fahrer nicht mit SF-0, sondern mit SF-1/2, wodurch der Beitrag teilweise um 20 Prozent sinkt.
Häufig gibt es durch die Versicherung über die Eltern noch weitere Vorteile und Rabatte, wenn dies mehrere Versicherungen bei der gleichen Gesellschaft haben.

Familientarife nutzen

Wenn sie ihr Auto selbst versichern möchten, gibt es bei vielen Versicherungen die Möglichkeit Familientarife zu nutzen.
Versichern sie ihr Fahrzeug beim gleichen Versicherer wie ihre Eltern müssen sie nicht mit SF-0 starten. Diese Variante ist zwar teurer als die Zweitwagen Lösung, aber immer noch preiswerter als der Einstieg in der Schadenfreiheitsklasse 0.

 

Begleitetes Fahren senkt den Beitrag

Fahranfänger, die mit 17 Jahren am begleiteten Fahren teilgenommen haben, verursachen 30 Prozent weniger Verkehrsunfälle. Das wird von den Versicherungen mit niedrigeren Beiträgen honoriert.

 

Begleitetes Fahren senkt Beiträge in der KFZ-Versicherung
Begleitetes Fahren senkt die Versicherungsbeiträge. Foto: Fotolia/Gerhard Seybert

SF- Klassen von den Eltern oder Verwandten übernehmen

Wer sich nach ein paar Jahren selbst versichern möchte, kann die Schadensfreiheitsklasse aus dem Zweitwagenvertrag mit der Zustimmung der Eltern übernehmen. Es können aber auch die Schadenfreiheitsklassen von Verwandten und Lebenspartnern übernommen werden.

Bei der Übernahme des Schadenfreiheitsrabattes verliert der alte Versicherungsnehmer alle seine SF-Klassen. Diese Umstellung ergibt nur dann einen Sinn, wenn der alte Vertrag nicht mehr gebraucht wird.

Die SF-Klassen können bei vielen Versicherungen noch 12 Monate nach Abmeldung übernommen werden.
Es können nur so viele SF-Klassen übernommen werden, wie der Fahrer an Jahren im Besitz des Führerscheins ist. Ein 23-jähriger Fahrer, der mit 18 Jahren seinen Führerschein gemacht hat, kann somit mit 5 SF-Klassen übernehmen.

Vespa Roler mit 80 Kubik
Schadensfreiheitsklassen können auch von Zweirädern übernommen werden.

SF-Klassen von Zweirädern übernehmen

Schadensfreiheitsklassen können ebenso von motorisierten Zweirädern übernommen werden. Voraussetzung ist, dass es sich dabei um ein Zweirad mit mindestens 50 Kubikzentimeter handelt.
Wenn man den SF-Rabatt vom eigenen Motorrad übernimmt, geht die Einstufung dort verloren und man beginnt wieder bei SF-0.

 

Telematik-Versicherungstarife

Mit Telematik-Tarifen in der Kfz-Versicherung können junge Fahrer bis zu 30 Prozent an Beiträgen sparen. Bei diesen Tarifen wird der Fahrstil in die Berechnung der Prämie mit einbezogen. Fahranfänger können bei angepasster Fahrweise am meisten profitieren, da sie noch keinen hohen Schadenfreiheitsrabatt haben.
Mehr Informationen zu den Telematik-Tarifen gibt es in unserem Blogbeitrag: Vor- und Nachteile von Telematik-Tarifen

 

Kein Auto mit hoher Typklasse wählen!

Autos werden in der Haftplichtversicherung in die Typklassen 10 bis 25 eingestuft. Die Typklasse bezeichnet das Schadensrisiko eines bestimmten Automodells. Je höher die Klasse, desto höher wird die Versicherungsprämie.

Auf der Webseite autoampel.de können sie die Typklasse, in die ihr Auto eingestuft wird, kontrollieren.

 

Kaskoversicherung bei alten Autos?

In Deutschland muss jedes Auto eine Haftplichtversicherung haben. Teil- und Vollkaskoversicherungen sind freiwillig.
Gerade bei Fahrzeugen die älter sind, lohnt eine Vollkaskoversicherung in den meisten Fällen nicht.
Ob eine Teilkaskopolice sinnvoll ist, hängt vom Alter des Fahrzeugs, vom Restwert und dem Versicherungsbeitrag ab.